Eine Demenz kommt oft zum ersten Mal als Verdacht auf, wenn bei einer Person bestimmte Bereiche wie das Erinnerungsvermögen, kognitive, soziale oder emotionale Fähigkeiten als eingeschränkt wahrgenommen werden. Durch diese Einschränkungen können zusätzlich auch plötzliche Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der Persönlichkeit auftreten.
Zeichnet sich eine Demenz bei einem Familienangehörigen oder bei jemandem im Freundeskreis ab, wirft das erst einmal viele Fragen auf. Die Erkrankung medizinisch zu verstehen, kann dann dabei helfen, den Verlauf und die Symptome bei diesem Menschen besser einordnen zu können. Es macht daher Sinn, sich mit den unterschiedlichen Arten von Demenz und den Ursachen auseinanderzusetzen. In diesem Artikel werden die häufigsten Formen und Entstehungsarten von Demenz kurz und leicht verständlich erklärt.
Demenz ist nicht die Krankheit selbst, sondern tatsächlich werden damit die Symptome bezeichnet, die wir mit einer Demenz verbinden. Demenz ist also ein Obebegriff für viele verschiedene Krankheiten. Alzheimer ist mit 60-70% die häufigste Form, in der diese Symptome einer Demenz auftreten, gefolgt mit 10-20% der Fälle von der Vaskulären Demenz. Es gibt aber auch andere Krankheitsbilder, die dieselben Symptome und Beinträchtigungen auslösen können.
Die verschiedenen Arten einer Demenz werden ganz allgemein in primäre und sekundäre Demenzen unterteilt. Zu den primären Demenzen zählt man Alzheimer, die Vaskuläre Demenz, die Frontotemporale Demenz (FTD) und die Lewy-Body-Demenz. Jede dieser vier Demenzarten ist eine eigenständige Erkrankungen des Hirnorgans und degenerativ: Das bedeutet, dass es nach und nach zu einer immer größeren Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn kommt, die nicht heilbar ist.
Hier noch ein schneller Überblick über die vier vorrangingen Demenztypen:
- Alzheimer: ist der häufigste Demenztyp. Nervenzellen sterben nach und nach ab, sodass Gehirnbereiche, die für die Orientierung, Sprache und das Erinnern wichtig sind, immer mehr beinträchtigt werden. Meistens sind deutlich ältere Menschen betroffen.
- Vaskuläre Demenz: Durch Durchblutungsstörungen im Gehirn entsteht ein Sauerstoffmangel, der dazu führt, dass Teilbereiche des Gehirns absterben.
- Frontotemporale Demenz (FTD): Kleine Einschlusskörper in den Nervenzellen führen zu deren Absterben, besonders auch bei jüngeren Menschen. Diese Art der Demenz wird in den vorderen Bereichen des Gehirns verursacht und betrifft damit besonders das „Soziale Gespür“ und Emotionen.
- Lewy-Body-Demenz: Es bestehen überschneidende Symptome mit einer Parkinson-Demenz – Betroffene können plötzlich lethargisch sein, Halluzinationen haben oder typische Symtome einer Parkinson-Erkrankung entwickeln.
Eine Demenz kann in ca. 15-20% aller Fälle auch eine Mischform, bspw. aus Alzheimer-Demenz und Vaskulärer Demenz sein.
Weitere Ursachen, die eine Demenz herbeiführen können, sind bspw. Depressionen, Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel oder Tumore. Man spricht dann von einer sekundären Demenz, denn die Ursache der Demenz ist hier nicht im betroffenen Gehirn selbst zu finden, sie werden durch einen anderen Faktor verursacht.
Um abzuklären, ob es sich bei einem Verwirrteheitszustand oder übermäßigem Vergessen um eine primäre Demenz handelt oder es eventuell einen anderen Auslöser gibt, empfiehlt es sich durchaus, eine Untersuchung durchzuführen. Der Verlauf der Demenz und das Auftreten der entsprechenden Symptome kann nämlich durch eine Therapie oft hinausgezögert werden. Ansprechpartner für die Abklärung der Symptome und eine Untersuchung sind die Hausärzt/innen und Neurolog/innen. Darüber hinaus kann man als Ergänzung lokale und Online-Selbsthilfegruppen kontaktieren, die emotionale Unterstützung anbieten können. Auch das Mentorenprogramm von Memosonris, bei dem Erfahrene im Umgang mit Demenz mit Neulingen zusammengebracht werden, kann eine echt Lebenshilfe darstellen.
Auf der offiziellen Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf https://www.wegweiser-demenz.de/ kann man Informationen zu Hilfsangeboten und das Alzheimer-Telefon als erste Anlaufstelle bei Fragen finden.


Ich habe ebenfalls zur Alzheimer-Demenz einen Blog geschrieben. Er sieht die Krankheit mehrheitlich von einer inneren Wandlung her, von einem Wachsen der Betroffenen an der Krise.
Es ist die andere Seite der Krankheit, die des Sinns. Sie ist nebst all den Widrigkeiten, die einen hadern lassen und aufreiben, zentral für mich. Der Sinn wurde für uns erst wieder deutlich, als mein Mann ins Pflegeheim kam, und sich unsere Situation entspannen konnte. Falls Sie Interesse und Lust haben: meine Seite heisst fragenzumleben.com
Mit herzlichen Grüssen
I. Fonés
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Vielen Dank für Ihren Kommentar I. Fonés. Ich habe bereits viele Ihrer Texte gelesen und finde sie unglaublich gut geschrieben und anrührend. Vielen Dank, dass Sie Ihrer beider Geschichte mit der Welt teilen.
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